{"id":3159,"date":"2022-12-06T08:46:06","date_gmt":"2022-12-06T08:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/eip-backup.swiss-tomato.ch\/2022\/12\/06\/wie-die-schweiz-von-investitionen-in-wasserstoff-profitiert\/"},"modified":"2024-03-18T16:00:11","modified_gmt":"2024-03-18T16:00:11","slug":"wie-die-schweiz-von-investitionen-in-wasserstoff-profitiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eip-backup.swiss-tomato.ch\/de\/wie-die-schweiz-von-investitionen-in-wasserstoff-profitiert\/","title":{"rendered":"Wie die Schweiz von Investitionen in Wasserstoff profitiert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die L\u00f6sung f\u00fcr die Energiewende scheint auf der Hand zu liegen: Wird alles mit gr\u00fcnem Strom betrieben, verschwinden die sch\u00e4dlichen CO2-Emissionen. Das klingt verlockend, doch die Geschichte hat einen Haken.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/eip-backup.swiss-tomato.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Fluxys_Berneau_23_feb_2022-50.jpg\" alt=\"Wie die Schweiz von Investitionen in Wasserstoff profitiert\" \/><br \/>\nTorsten Kowalski und Beat Goetz<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich ver\u00f6ffentlicht am 2. Dezember von NZZ in der Dezember-Ausgabe 2022 von Nachhaltig Investieren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/eip-backup.swiss-tomato.ch\/wp-content\/uploads\/ct_protected_attachments\/965e29d15bf75f69e6990195956cc4\/Wie-die-Schweiz-von-Investitionen-in-Wasserstoff-profitiert.pdf\">Quellartikel herunterladen<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/themen-dossiers\/nachhaltig-investieren\/wie-die-schweiz-von-investitionen-in-wasserstoff-profitiert-ld.1715080\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">online lesen<\/a>.<\/p>\n<p>\u2014<\/p>\n<p>Laut der Columbia University&#8217;s School of Climate Research lassen sich etwa 15 Prozent der CO2-Emissionen nicht durch \u00d6ko-Strom beseitigen. Hier kommt der Wasserstoff ins Spiel, das Schweizer Sackmesser der Energy Transition.<\/p>\n<p>Wie ein Sackmesser kann auch Wasserstoff vielf\u00e4ltig eingesetzt werden, um die verbleibenden Kohlendioxidemissionen erheblich zu senken. Doch der Einsatz von Wasserstoff muss f\u00fcr jeden Anwendungsfall abgewogen werden. \u00abDu k\u00f6nntest den Reifen deines grossen Holland-Velos mit einem Schweizer Taschenmesser zwar wechseln, aber du tust es nicht. Der Grund daf\u00fcr ist, dass es immer etwas G\u00fcnstigeres, Sichereres und Einfacheres gibt\u00bb, sagt Michael Liebreich, Gr\u00fcnder von Bloomberg New Energy Finance und Energiewende-Experte. Denn Wasserstoff als Energietr\u00e4ger hat einen Schwachpunkt: Wird er aus gr\u00fcnem Strom produziert, geht bis zu einem Drittel der eingesetzten Energie verloren. Soll die im Wasserstoff gespeicherte Energie wieder nutzbar gemacht werden, zum Beispiel in Form von elektrischem Strom, gibt es abermals Effizienzverluste.<\/p>\n<p>Aber die Flexibilit\u00e4t und Dynamik von Wasserstoff ist einzigartig und macht ihn als Energietr\u00e4ger besonders wertvoll. Von der Margarine auf dem Fr\u00fchst\u00fcckstisch \u00fcber Chemikalien im Auto bis hin zum Plastikbeutel zu Hause \u2013 ohne das Wasserstoffmolek\u00fcl geht es nicht. Der gr\u00f6sste Nutzen von Wasserstoff kommt in der Industrie zum Tragen. Dort, wo der Ausstoss von Treibhausgasen selbst durch gr\u00fcnen Strom nicht eliminiert werden kann, zum Beispiel bei der Herstellung von D\u00fcngemitteln, der Fertigung von Stahl oder in Dutzenden anderen Industrieprozessen, die sich nicht elektrifizieren lassen.<\/p>\n<p><strong>Neue Infrastruktur f\u00fcr die Energy Transition<\/strong><\/p>\n<p>Der Durchbruch f\u00fcr erneuerbar erzeugten Strom war m\u00f6glich, weil er in eine bestehende Infrastruktur integriert werden konnte. F\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff muss hingegen gleichzeitig die Infrastruktur f\u00fcr seine Erzeugung, f\u00fcr den Transport und seine Anwendung entwickelt oder umger\u00fcstet werden. Und selbstverst\u00e4ndlich braucht es Investoren, die das finanzieren.<\/p>\n<p>Der Investitionsbedarf ist dabei allerdings hoch. Bis zu 5,5 Billionen Euro, so sch\u00e4tzt die von Deloitte betreute Studie \u00abHydrogen4EU\u00bb, werden in den kommenden 30 Jahren daf\u00fcr ben\u00f6tigt. Das entspricht dem Siebenfachen der j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung der Schweiz. Eine Weiterverwendung bestehender Infrastruktur, zum Beispiel durch die Umnutzung von bestehenden Erdgaspipelines, ist wirtschaftlich geboten.<\/p>\n<p>Energy Infrastructure Partners (EIP) wurde 2014 mit dem Ziel gegr\u00fcndet, die Zukunft des Energiesystems mitzugestalten. Seither investiert das Z\u00fcrcher Unternehmen das Geld seiner Anleger langfristig in qualitativ hochwertige, gross angelegte erneuerbare Energieprojekte wie Windparks, Solaranlagen und Wasserkraftwerke sowie in Infrastruktur f\u00fcr den Energietransport, wie Stromnetze und Pipelines. Infrastruktur, die heute Erdgas transportiert, k\u00f6nnte in naher Zukunft auf den Transport von Wasserstoff umger\u00fcstet werden.<\/p>\n<p><strong>Europa mit Wasserstoff versorgen<\/strong><\/p>\n<p>Erst vor wenigen Wochen hat EIP im Auftrag seiner Kunden eine Vereinbarung zur Beteiligung am belgischen Gas\u00fcbertragungsnetzbetreiber Fluxys unterzeichnet. Das 12 000 Kilometer lange Netz von Fluxys verbindet die Kernregionen des Kontinents miteinander und ist dar\u00fcber hinaus \u00fcber Griechenland auch mit Importwegen aus Asien verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Auch Fluxys bereitet sich auf eine Zukunft nach dem Einsatz von fossilem Erdgas vor. Es ist jedoch noch nicht m\u00f6glich, bereits \u00abheute zu sagen, wie die Zukunft in 30 Jahren aussehen wird\u00bb, sagt Fluxys-CEO Pascal De Buck. \u00abBen\u00f6tigt wird eine Kombination verschiedener L\u00f6sungen, darunter Wasserstoff.\u00bb Das Pipelinenetz spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine Analyse der Industrievereinigung Hydrogen Council in Zusammenarbeit mit McKinsey &amp; Company prognostiziert, dass in Zukunft 60 Prozent des Wasserstoff- und Wasserstoffderivateverbrauchs \u00fcber lange Strecken importiert werden m\u00fcssen. L\u00e4nder mit hoher Sonneneinstrahlung und Solarpotenzial im S\u00fcden Europas, aber selbst in Nordafrika und im Nahen Osten k\u00f6nnten gr\u00fcnen Wasserstoff zu niedrigen Kosten europaweit ausliefern. Deshalb w\u00fcrde die F\u00e4higkeit, Wasserstoff zu importieren und durch Europa zu transportieren, innerhalb weniger Jahrzehnte unsch\u00e4tzbar wertvoll.<\/p>\n<p><strong>Die Schweiz ist schon fr\u00fch mit dabei<\/strong><\/p>\n<p>Auch zu Hause in der Schweiz ist EIP stark engagiert. Als Portfoliomanager f\u00fcr eine Schweizer Anlagegruppe, der eine Vielzahl von Schweizer Pensionskassen angeschlossen ist, verwaltet das Unternehmen eine grosse Beteiligung am Energiekonzern Alpiq, der massgeblich zur Versorgungssicherheit der Schweiz beitr\u00e4gt. Alpiq hat auch den Bau eines der ersten industriellen Wasserstofferzeuger des Landes vorangetrieben. Im Elektrolyseur am Laufwasserkraftwerk G\u00f6sgen wird Wasser durch gr\u00fcnen Strom in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. \u00abWasserstoff wird zu einem Schl\u00fcsselenergietr\u00e4ger, der in einer Netto-Null-Welt eine \u00e4hnlich zentrale Rolle spielt wie das Erdgas in der heutigen Welt\u00bb, meint Alpiq-Chefin Antje Kanngiesser. Alpiq kann \u00abals First Mover in der Schweiz fr\u00fch wertvolle Erfahrungen und Know-How sammeln\u00bb, erkl\u00e4rt Kanngiesser.<\/p>\n<p>Zudem verwaltet EIP seit dem Jahr 2016 die Beteiligung an der Tessiner Firma FluxSwiss, die den grenz\u00fcberschreitenden Handel der Pipeline Transitgas organsiert. Transitgas verbindet die Schweiz mit Italien, Frankreich und Deutschland. Heute ist sie eine Arterie, die die Schweiz mit Erdgas versorgt. In Zukunft kann sie entscheidend dazu beitragen, Wasserstoff aus dem S\u00fcden Europas in die Schweiz und weiter Richtung Norden zu bef\u00f6rdern. Die damit verbundenen technischen Anpassungen sind grunds\u00e4tzlich mit entsprechenden Investitionen zu wettbewerbsf\u00e4higen Kosten umsetzbar.<\/p>\n<p><strong>\u00abWir brauchen eine Strategie\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Wie bei allen grossen Infrastrukturprojekten \u2013 sei es die Eisenbahn oder die Telekommunikation \u2013 wird auch die Energietransition und der \u00dcbergang in eine Wasserstoffwirtschaft nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Privatwirtschaft und Staat gelingen.<\/p>\n<p>\u00abWasserstoff wird von verschiedensten Kreisen als wichtiges Element in der Entwicklung der Dekarbonisierung unserer Wirtschaft in den n\u00e4chsten Jahren angesehen\u00bb, erkl\u00e4rte Bundesr\u00e4tin Simonetta Sommaruga 2021 im Nationalrat. \u00abDie Schweiz hat hier einiges zu bieten.\u00bb Gleichzeitig legte sie den Finger in die offene Wunde. \u00abAber wir brauchen eine Strategie\u00bb, betonte sie.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt die Verst\u00e4ndigung mit den Nachbarl\u00e4ndern und mit der Europ\u00e4ischen Union, um zum Beispiel regulatorische und technische Anforderungen sowie den Tarifrahmen festzulegen. W\u00e4hrend unsere Nachbarn aber bereits Wasserstoffstrategien bis 2050 erarbeitet haben, fehlt ein solches Leitbild in der Schweiz noch, wie Sommaruga betont. Um dauerhaft nachhaltige Investitionen zu ermutigen, sollte die Schweiz deshalb zeitnah eine klare Strategie formulieren und diese z\u00fcgig umsetzen.<\/p>\n<p>\u2060\u2014<\/p>\n<p><em>Dr. Torsten Kowalski, Vice President, und Beat Goetz, Global Head of Client Solutions, beide Energy Infrastructure Partners, Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die L\u00f6sung f\u00fcr die Energiewende scheint auf der Hand zu liegen: Wird alles mit gr\u00fcnem Strom betrieben, verschwinden die sch\u00e4dlichen CO\u00b2-Emissionen. 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Der Empf\u00e4nger darf keine Anlageentscheidungen allein auf der Grundlage der in diesem Dokument enthaltenen Informationen treffen und muss, falls erforderlich oder angemessen, in Absprache mit externen Beratern die Informationen auf der Grundlage der individuellen Umst\u00e4nde des Empf\u00e4ngers hinsichtlich Eignung und Angemessenheit sowie aller rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, buchhalterischen oder sonstigen Konsequenzen, die eine solche Anlage haben kann, bewerten.\r\n\r\nCopyright \u00a9 2023 Energy Infrastructure Partners AG. 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